# Berufsbild (Deutschland) — Forstwirt/in > **Quelle:** BERUFENET, Bundesagentur für Arbeit — Beruf-ID 727, > KldB 2010: B 11712 · via öffentliche BERUFENET-API, > abgerufen 2026-07-12. Automatisches Label-Matching > (Score 1.00); Inhalte paraphrasiert/gekürzt, Volltext beim > Original: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/727 ## Steckbrief Berufstyp Anerkannter Ausbildungsberuf Ausbildungsart Duale Ausbildung in der Forstwirtschaft (geregelt durch Ausbildungsverordnung) Ausbildungsdauer 3 Jahre Lernorte Ausbildungsbetrieb und Berufsschule (duale Ausbildung) Was macht man in diesem Beruf?Forstwirte und Forstwirtinnen begründen Waldbestände, d.h. sie forsten Flächen mit oft selbst gezogenen Bäumchen auf. Sie pflegen und schützen Waldflächen, indem sie Schädlinge bekämpfen, Areale mit jungen Bäumen einzäunen und Triebe mit Lösungen oder durch mechanische Schutzeinrichtungen vor Wildverbiss schützen. Dabei berücksichtigen sie auch die besonderen Herausforderungen des Klimawandels und fördern z.B. insbesondere Baumarten, die mit unterschiedlichen Klimaszenarien zurechtkommen. Auch pflegen sie (Feucht-)Biotope, Moore und Gewässer. Für die Walderneuerung gewinnen sie Samen der Waldbäume: Sie ernten Tannenzapfen oder sammeln die Samen von Laubbäumen. Bei der Holzernte fällen sie Bäume mit der Kettensäge, entasten, messen und markieren die Stämme. Oder sie setzen Holzerntemaschinen (Harvester) ein, die Bäume fällen, entasten, entrinden, zerteilen sowie vermessen und die dabei gewonnenen Daten direkt an forstwirtschaftliche ## Die Ausbildung im Überblick Forstwirt/in ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf in der Forstwirtschaft (Ausbildungsbereich Landwirtschaft). ## Entwicklung der Ausbildung 1950:Ausbildung zum Waldfacharbeiter ohne gesetzliche Grundlage 1974:Anerkennung des Ausbildungsberufs Forstwirt/in Aufhebung des Vorläuferberufs Waldfacharbeiter 1998: Neue, modernisierte Ausbildungsordnung nach dem Berufsbildungsgesetz, u.a. mit Berücksichtigung der Umwelterhaltung unter landschaftspflegerischen und ökonomischen Aspekten 2020:Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und der Handwerksordnung (HWO): u.a. Einführung einer Mindestausbildungsvergütung; Erweiterung der Möglichkeit, Ausbildungen in Teilzeit zu absolvieren. 2024:Inkrafttreten des Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetzes mit Anpassungen im Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HWO): u.a. gesetzliche Verankerung der Möglichkeit des Vermittlung von Ausbildungsinhalten ohne gleichzeitige Anwesenheit der Auszubildenden und der Ausbildenden; dazu werden digitale Informationstechniken sowie Lern- und Kommunikationsmittel genutzt; im Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. in der Handwerksordnung (HWO) gesetzlich festgehalten " name="Digitales mobiles Ausbilden">digitalen mobilen Ausbildens; Einführung eines Feststellungs- und Bescheinigungsverfahrens (Berufsvalidierung) der individuellen beruflichen Handlungsfähigkeit am Maßstab eines anerkannten Ausbildungsberufs unabhängig von einem formalen Berufsausbildungsabschluss. ## Ausbildungsinhalte Im Ausbildungsbetrieb lernen die Auszubildenden beispielsweise:welche heimischen Wildarten es gibt und wie diese sich verhalten welche verschiedenen Holzernteverfahren es gibt und wie man Bäume mit der Motorsäge fällt welche Einsatzbereiche und -grenzen von Maschinen, Geräten, Werkzeugen und Betriebsmitteln es gibt wie man technische Einrichtungen, Maschinen, Geräte und Werkzeuge auf ihre Betriebsbereitschaft prüft, sie auswählt und einsetzt wie man vollmechanisierte Holzerntemaßnahmen vorbereitet und die Holzernte qualitätsorientiert sowie bestands- und bodenschonend durchführt wie Holz vermessen, sortiert und gelagert wird und wie man es schützen und konservieren kann wie man Saat- und Pflanzgut beurteilt und behandelt, Verjüngungs- und Kulturflächen vorbereitet und Maßnahmen naturnaher Waldbewirtschaftung durchführt welche vorbeugenden Maßnahmen zum Schutz von Böden, Beständen und Produkten man ergreifen kann wie jagdbetriebliche Einrichtungen hergestellt, gepflegt und instand gehalten werden wie man Hecken, Freiflächen und Feuchtbiotope anlegt sowie Fließgewässer pflegt Darüber hinaus werden während der gesamten Ausbildung Kenntnisse über Themen wie Rechte und Pflichten während der Ausbildung, Organisation des Ausbildungsbetriebs und Umweltschutz vermittelt. In der Berufsschule erwirbt man weitere Kenntnisse:in berufsspezifischen Lernfeldern (z.B. Erhalten von Umwelt, Natur und Landschaft, Ernten von Waldbäumen) in allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch und Wirtschafts- und Sozialkunde ## Ausbildungsaufbau Die Ausbildung wird parallel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsbildende Schule; ergänzen die Ausbildungen im Betrieb um allgemeine und fachliche Lehrinhalte; Berufsschulpflichtige bzw. -berechtigte befinden sich in der beruflichen Erstausbildung oder stehen in einem Arbeitsverhältnis; Unterricht in Teilzeitform oder als Blockunterricht möglich; bei Berufsausbildungen, die in Grund- und Fachstufe gegliedert sind, kann die Grundstufe als Berufsgrundbildungsjahr mit ganzjährigem Vollzeitunterricht (schulische Form) oder im dualen System in kooperativer Form geführt werden " name="Berufsschule">Berufsschule durchgeführt. Der Berufsschulunterricht findet an bestimmten Wochentagen oder in Blockform statt. Auszug aus dem Ausbildungsrahmenplan und dem Rahmenlehrplan1. Ausbildungsjahr:Ausbildung im Betrieb und nach Bedarf in überbetrieblichen Lehrgängen: der Ausbildungsbetrieb, betriebliche Zusammenhänge und Beziehungen Organisation und Abläufe betrieblicher Arbeit; wirtschaftliche Zusammenhänge Waldbewirtschaftung, Forstproduktion Naturschutz und Landschaftspflege Ernte und Aufbereitung von Forsterzeugnissen Forsttechnik Ausbildung in der Berufsschule in den Lernfeldern: Mensch und Arbeit Vorbereiten und Pflegen von Waldstandorten Begründen und Verjüngen von Waldbeständen Pflegen von Kulturen und Jungbeständen Erhalten von Umwelt, Natur und Landschaft Vermessen und Sortieren von Rohholz Werkstattbetrieb und Forsttechnik 2. und 3. Ausbildungsjahr:Ausbildung im Betrieb und nach Bedarf in überbetrieblichen Lehrgängen: Vertiefen der Kenntnisse aus dem 1. Ausbildungsjahr Ausbildung in der Berufsschule in den Lernfeldern: Durchforstung von Waldbeständen Ästen von Waldbäumen Schützen von Waldbeständen Ernten von Waldbäumen Bringen und Lagern des Holzes Verwenden von Forsterzeugnissen Zwischenprüfung vor Ende des 2. Ausbildungsjahres Abschlussprüfung nach dem 3. Ausbildungsjahr ## Lernorte Forstwirte und Forstwirtinnen werden im dualen System ausgebildet. Lernorte sind Ausbildungsbetrieb (i.d.R. Forstbetriebe): im Freien Berufsbildende Schule; ergänzen die Ausbildungen im Betrieb um allgemeine und fachliche Lehrinhalte; Berufsschulpflichtige bzw. -berechtigte befinden sich in der beruflichen Erstausbildung oder stehen in einem Arbeitsverhältnis; Unterricht in Teilzeitform oder als Blockunterricht möglich; bei Berufsausbildungen, die in Grund- und Fachstufe gegliedert sind, kann die Grundstufe als Berufsgrundbildungsjahr mit ganzjährigem Vollzeitunterricht (schulische Form) oder im dualen System in kooperativer Form geführt werden " name="Berufsschule">Berufsschule: Unterrichtsräume Können Betriebe nicht alle geforderten Ausbildungsinhalte vermitteln, besteht die Möglichkeit, Teile der Ausbildung in Kommt zum Einsatz, wenn ein Ausbildungsbetrieb nicht alle zum jeweiligen Ausbildungsberuf gehörenden Inhalte in der geforderten Breite abdecken kann; ergänzt den betrieblichen Teil der Berufsausbildung im dualen System außerhalb des Betriebes; zuständige Stellen, z.B. Handwerkskammern, können festlegen, dass bestimmte Ausbildungsinhalte in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten zu vermitteln sind " name="Überbetriebliche Ausbildung">überbetriebliche Ausbildungsstätten zu verlagern. Hinweis: Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit: für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein in Bad Segeberg (Schleswig-Holstein):Regionales Berufsbildungszentrum Bad Segeberg- BBZ Schulbüro für die Länder Rheinland-Pfalz und Saarland in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz):Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück Quelle: Übersicht länderübergreifender Fachklassen ## Ausbildungssituation Auf folgende Bedingungen und Anforderungen sollte man sich einstellen: Im BetriebPraktische Mitarbeit (unter Anleitung): Boden bearbeiten, Bäume in Baumschulen pflegen, Bäume pflanzen, Waldareale einzäunen, Waldwege pflegen, Bäume fällen, entasten, entrinden, Holz abtransportieren Umgebung: Witterungseinflüsse im Freien, z.T. Arbeit in schwierigem und schwer erreichbarem Gelände Kleidung: Schutzkleidung, Handschuhe, Helm, z.T. Schutzbrillen bzw. -visiere, Gehörschutz Anforderungen: Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis (z.B. bei Wartungs- und Reparaturarbeiten an Hochsitzen, Zäunen, technischen Betriebsmitteln) Verantwortungsbewusstsein (z.B. beim Umgang mit Schädlingsbekämpfungsmitteln) Umsicht (z.B. bei Baumfällarbeiten, beim Bedienen forstwirtschaftlicher Fahrzeuge und Maschinen) Sorgfalt und Geschicklichkeit (z.B. beim Schutz junger Bäume, bei der Holzverarbeitung) Trittsicherheit (z.B. bei der Arbeit in schwierigem Gelände) Schwindelfreiheit (z.B. in größeren Höhen mit Absturzgefährdung arbeiten, etwa auf Leitern beim Entfernen von Ästen) An der BerufsschuleUnterricht an einem oder zwei Tagen pro Woche oder als Blockunterricht