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Berufsbild (Deutschland) — Biochemiker/in
Quelle: BERUFENET, Bundesagentur für Arbeit — Beruf-ID 58688, KldB 2010: B 41284 · via öffentliche BERUFENET-API, abgerufen 2026-07-12. Automatisches Label-Matching (Score 1.00); Inhalte paraphrasiert/gekürzt, Volltext beim Original: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/58688
Aufgaben und Tätigkeiten kompakt
Biochemiker bzw. Biochemikerinnen arbeiten in verschiedenen Bereichen. In der Forschung analysieren sie z.B. den Aufbau von Molekülen, den Stoffwechsel oder die Zellstrukturen von Organismen und veröffentlichen ihre Ergebnisse. An Staatliche und staatlich anerkannte Bildungseinrichtung des tertiären Bereichs; dazu zählen forschungsorientierte Universitäten und gleichgestellte Hochschulen, z.B. Kirchliche und Philosophisch-Theologische Hochschulen; sie alle haben das Promotionsrecht; außerdem gibt es praxis- und anwendungsorientierte Fachhochschulen bzw. Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie Duale Hochschulen " name="Hochschule (HS)">Hochschulen führen sie Lehrveranstaltungen durch und nehmen Prüfungen ab. In der chemischen oder pharmazeutischen Industrie arbeiten sie daran, medizinisch verwendbare Stoffe zu finden und Medikamente zu optimieren. Sie wirken als Bindeglied zwischen Arzneimittelproduktion und -anwendung, verbessern verfahrenstechnische Abläufe oder prüfen die Qualität der Produkte. Zudem nehmen sie an Zulassungsverfahren für neue Medikamente teil oder arbeiten in der pharmazeutischen Beratung.
Tätigkeitsbezeichnungen
Biochemiker/in
Berufsbezeichnung in englischer SpracheBiochemist (m/f)
Berufsbezeichnung in französischer SpracheBiochimiste (m/f)
Die Tätigkeit im Überblick
Biochemiker bzw. Biochemikerinnen untersuchen chemische sowie physikalisch-chemische Prozesse auf molekularer Ebene, stellen biochemische Erzeugnisse her oder arbeiten in der Produktentwicklung, der Qualitätssicherung sowie im Beratungswesen.
Trends
CO2-KreislaufwirtschaftCarbon Capture and Utilization (CCU) bezeichnet die Abscheidung von Kohlenstoffdioxid (CO2) aus Abgasen, die dann einen weiteren Nutzungszyklus durchlaufen. CCU zielt also auf eine direkte Wiederverwendung ab. Bei Carbon Capture and Storage (CCS) ist das Ziel hingegen die Speicherung von aus der Atmosphäre entzogenem CO2. CCU trägt zur Reduzierung von Emissionen bei und wirkt dem Treibhauseffekt entgegen. Techniken wie die (modifizierte) Photosynthese, Gasfermentation oder Elektrobiosynthese ermöglichen den Gewinn verschiedener Erzeugnisse, z.B. synthetische Kraftstoffe, Futtermittel, Farbstoffe oder auch Leichtbaumaterialien. Fach- und Führungskräfte werden sich mit entsprechenden Weiterbildungen auf die verschiedenen Anwendungsgebiete vorbereiten. Nachhaltigkeit in der chemischen und pharmazeutischen IndustrieNachhaltigkeit entwickelt sich zu einem zentralen Innovations- und Wettbewerbsfaktor in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Im Fokus stehen die Dekarbonisierung von Produktionsprozessen, die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft sowie die Entwicklung ressourcenschonender und sicherer Produkte im Sinne der Green Chemistry. Unternehmen arbeiten an der Substitution besonders besorgniserregender Stoffe, bspw. aus der Gruppe der PFAS, an innovativen Recyclingverfahren und an der Etablierung transparenter und nachhaltiger Lieferketten. Zudem eröffnen datengetriebene Methoden und Künstliche Intelligenz (KI) neue Möglichkeiten zur Optimierung von Produktionsprozessen sowie zur beschleunigten Entwicklung von Wirkstoffen und Materialien. Für Fach- und Führungskräfte gewinnen interdisziplinäre Kompetenzen, Innovationsfähigkeit und die kontinuierliche Auseinandersetzung mit regulatorischen, technologischen und gesellschaftlichen Anforderungen zunehmend an Bedeutung. Smarte Technologien für das Labor 4.0Die Digitalisierung von Laboren entwickelt sich zunehmend zu hochautomatisierten und datengetriebenen Arbeitsumgebungen. Moderne Laborinformations- und Managementsysteme vernetzen Geräte, Analytik sowie Dokumentation. Sie schaffen die Grundlage für die effiziente Nutzung großer Datenmengen. Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt die Auswertung komplexer Analysedaten, identifiziert Muster und beschleunigt die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren. Fortschritte in der Laborrobotik, automatisierten Synthese und sogenannten "Self-Driving Labs" ermöglichen es, Versuchsreihen weitgehend autonom zu planen, durchzuführen und auf Basis
Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)
Worum geht es?Biochemiker/innen untersuchen in der wissenschaftlichen Forschung chemische sowie physikalisch-chemische Prozesse auf molekularer Ebene. Daneben können sie in der Herstellung biochemischer Erzeugnisse tätig sein, in der Produktentwicklung, der Qualitätssicherung oder im Beratungswesen. Wissenschaftliche Forschung und LehreBiochemiker/innen befassen sich z.B. mit dem Zellaufbau und mit Prozessen in der Zelle, untersuchen die Übertragung von Informationen durch Proteine oder erforschen Zelltypen und Antikörper, die das Immunsystem bilden. In der Bio- bzw. Gentechnologie arbeiten sie daran, durch gezielte Mutationen z.B. von Bakterien und Hefen Stoffe von pharmakologischem oder wirtschaftlichem Interesse in technischem Maßstab zugänglich zu machen. In der Biochemie der Naturstoffe befassen sie sich mit der Strukturanalyse, der Biosynthese und dem biologischen Abbau etwa von Antibiotika. Im Fachgebiet Kombination aus Biologie und Technik. Nutzbarmachung von Naturprinzipien für verschiedene technische Bereiche " name="Bionik">Bionik untersuchen sie Struktur- und Organisationsprinzipien aus der Natur und entwickeln aufgrund ihrer Erkenntnisse bionische Materialien wie selbstreinigende Oberflächen. In der klinischen Biochemie untersuchen sie z.B. genetisch oder umweltbedingte Stoffwechselkrankheiten, prüfen das Verhalten z.B. von Medikamenten im Organismus oder untersuchen die Auswirkung von Zivilisationsprodukten wie Pflanzenschutzmitteln auf Mikroorganismen, Pflanzen, Tiere und Menschen und leiten daraus Grenzwerte ab. Sie veröffentlichen die Forschungsergebnisse und machen sie so anderen Wissenschaftlern sowie Studierenden zugänglich. Auf Tagungen und Kongressen referieren sie über Erkenntnisse. Sie halten Vorlesungen und Seminare, betreuen wissenschaftliche Arbeiten und nehmen Prüfungen ab. Für eigenständige wissenschaftliche Tätigkeiten sind i.d.R. ein Masterstudium und eine Erlangung des Doktorgrades, je nach fachlicher Ausrichtung mit entsprechendem Zusatz, z.B. Dr. phil. (Geisteswissenschaften); befähigt zur eigenständigen Forschung an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen; Voraussetzung ist i.d.R. ein Hochschulabschluss, z.B. Master oder Staatsexamen; Promotionsverfahren umfassen eine Doktorarbeit (auch: Dissertation) und eine mündliche Prüfung; Promotionsrecht steht i.d.R. den Universitäten und gleichgestellten Hochschulen zu, Promotionsordnungen der einzelnen Hochschulen regeln das Promotionsverfahren " name="Promotion">Promotio
Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen
Lebenserscheinungen von Organismen chemisch erforschen, z.B. Stoffwechsel, Vererbung, Zellteilung
neue medizinisch verwendbare Stoffe auffinden oder entwickeln, bestehende Medikamente weiterentwickeln und verbessern
chemische und pharmazeutische Produkte aus der Forschung auf ihre Anwendungsmöglichkeiten und optimalen Verarbeitungsmethoden untersuchen und überprüfen
Wissenschaft und Lehrean Forschungsprojekten mitwirken und Berichte verfassen
Lehrveranstaltungen durchführen, ggf. Prüfungen abnehmen
Examens- und Erlangung des Doktorgrades, je nach fachlicher Ausrichtung mit entsprechendem Zusatz, z.B. Dr. phil. (Geisteswissenschaften); befähigt zur eigenständigen Forschung an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen; Voraussetzung ist i.d.R. ein Hochschulabschluss, z.B. Master oder Staatsexamen; Promotionsverfahren umfassen eine Doktorarbeit (auch: Dissertation) und eine mündliche Prüfung; Promotionsrecht steht i.d.R. den Universitäten und gleichgestellten Hochschulen zu, Promotionsordnungen der einzelnen Hochschulen regeln das Promotionsverfahren " name="Promotion">Promotionskandidaten/-kandidatinnen betreuen
Entwicklung und ProduktionVerarbeitungs- und Testverfahren entwickeln, im Labor entwickelte Produktions- und Aufarbeitungsverfahren auf den großtechnischen Maßstab übertragen und anpassen
Produkte verbessern, nach neuen Anwendungen für vorhandene Produkte suchen, neue Produkte entwickeln
Herstellungsprozess hinsichtlich Qualität, Umweltverträglichkeit und betriebswirtschaftlicher Vorgaben überwachen
ggf. Validierungsaktivitäten entwickeln und dokumentieren, um Qualitätsstandards einzuhalten
Beratung und Vertriebwissenschaftlichen Kontakt zwischen Produktion und Anwendung bzw. Erprobung in Kliniken pflegen
Ärzte, Kliniken, Forschungseinrichtungen z.B. über neue Medikamente informieren
bei der Zulassung und Registrierung von Arzneimitteln mitwirken
Marketingstrategien, Konzepte für das Produktmanagement im Vertrieb und für die Kundenberatung entwickeln