6.9 KiB
Berufsbild (Deutschland) — Konservator/in
Quelle: BERUFENET, Bundesagentur für Arbeit — Beruf-ID 35327, KldB 2010: B 94714 · via öffentliche BERUFENET-API, abgerufen 2026-07-12. Automatisches Label-Matching (Score 1.00); Inhalte paraphrasiert/gekürzt, Volltext beim Original: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/35327
Aufgaben und Tätigkeiten kompakt
Konservatoren und Konservatorinnen dokumentieren, verwalten und erhalten Kulturgüter, Kunstobjekte sowie Baudenkmäler. Dazu analysieren sie deren Zustand und sorgen dafür, dass die Artefakte durch geeignete Maßnahmen vor Alterung, Beschädigung oder Zerstörung geschützt sind. Dafür nutzen sie verschiedene Restaurierung: Materielle Sicherung von Werken in einem bestimmten Zustand ohne Wiederherstellung eines früheren Zustands Bauwesen: Haltbarmachung alter und/oder denkmalgestützter Bausubtanz " name="Konservierung">Konservierungsmaßnahmen. Zudem überwachen und dokumentieren Konservatoren und Konservatorinnen die Kulturgüter und stellen den fachgerechten Umgang während Lagerungen, Transporten und Ausstellungen sicher. Sie wirken auch an Ausstellungskonzeptionen mit, sind als Sachverständige tätig oder beraten Museumsleitungen z.B. bei Ankaufentscheidungen.
Tätigkeitsbezeichnungen
Konservator/in
Berufsbezeichnungen in englischer SpracheConservator (m/f)
Conservator-restorer (m/f)
Berufsbezeichnungen in französischer SpracheConservateur-restaurateur/Conservatrice-restauratrice
Conservateur/Conservatrice du patrimoine
Die Tätigkeit im Überblick
Konservatoren und Konservatorinnen befassen sich mit der Pflege, Erhaltung und Dokumentation von Kunstwerken, musealen Objekten, Baudenkmälern oder archäologischen Funden.
Trends
Archäologie und Künstliche Intelligenz (KI)Archäologen und Archäologinnen können englisch: Artificial Intelligence (AI) Teilgebiet der Informatik, das Strukturen menschlicher Intelligenz untersucht, auf Computer überträgt und Programme für intelligente Problemlösungen entwickelt, z. B. Spracherkennung " name="Künstliche Intelligenz (KI)">Künstliche Intelligenz (KI) bspw. nutzen, um neue Ausgrabungsorte zu identifizieren. Dabei analysiert die KI Satellitenbilder und verknüpft sie mit weiteren Datenquellen. Auch bei der Auswertung archäologischer Funde wie Keramikscherben, Werkzeugfragmenten oder Schriftresten kommt KI zunehmend zum Einsatz: Ein 3-D-Scanner erfasst die Objekte, die anschließend von der KI anhand von Referenzdatenbanken automatisch zeitlich und geografisch eingeordnet, dokumentiert und klassifiziert werden. Durch den Einsatz automatischer Lernsysteme und neuronaler Netzwerke können Archäologieteams Funde effizient vorsortieren, bestimmten Epochen oder Regionen zuordnen und sogar Vorschläge für Rekonstruktionen erhalten.
Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)
Worum geht es?Konservatoren und Konservatorinnen befassen sich mit der Pflege, Erhaltung und Dokumentation von Kunstwerken, musealen Objekten, Baudenkmälern oder archäologischen Funden. Ausstellungsbetreuung und KonservierungKonservatoren und Konservatorinnen untersuchen und erfassen den Zustand von Objekten, empfehlen Maßnahmen zu deren Schutz und Erhaltung, leiten die Arbeiten oder führen diese selbst durch. In der Baudenkmalpflege erstellen sie z.B. Schriftliches Gutachten auf Grundlage von Expertenwissen, das z.B. Angaben über Herkunft, Stil, Zustand und Größe eines Objektes beinhaltet " name="Expertise">Expertisen zum Zustand von Skulpturen, Grabmälern oder Bauwerken und setzen Maßnahmen zu deren Konservierung um. In archäologischen und naturkundlichen Sammlungen reinigen sie Ausgrabungsgegenstände bzw. Tier- oder Pflanzenexponate schonend. Sie schützen empfindliche Objekte z.B. durch das Auftragen von Konservierungsmitteln. Im Sinne der Präventiven Konservierung spielen heutzutage auch die Umgebungsbedingungen, in denen Kunst- und Kulturgüter aufbewahrt werden, eine wichtige Rolle. Deshalb sprechen Konservatoren und Konservatorinnen Empfehlungen aus, wie Artefakte optimal vor Kontakt mit Sauerstoff, Licht und Luftfeuchtigkeit geschützt werden können. Darüber hinaus entwickeln sie auch selbst Ausstellungskonzepte und ordnen Sammlungen neu. Sie treten zudem als Sachverständige auf oder beraten Museumsleitungen bei Ankaufentscheidungen. Wissenschaftliche Forschung und LehreIn der wissenschaftlichen Forschung befassen sich Konservatoren und Konservatorinnen z.B. mit der Weiterentwicklung von Konservierungsmethoden. In der Lehre informieren sie über Erkenntnisse und Maßnahmen zur Sicherung unterschiedlicher Materialien im Kulturgüterschutz. Sie halten Vorlesungen und Seminare, betreuen wissenschaftliche Arbeiten und nehmen Prüfungen ab. Für eigenständige wissenschaftliche Tätigkeiten sind i.d.R. ein Masterstudium und eine Erlangung des Doktorgrades, je nach fachlicher Ausrichtung mit entsprechendem Zusatz, z.B. Dr. phil. (Geisteswissenschaften); befähigt zur eigenständigen Forschung an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen; Voraussetzung ist i.d.R. ein Hochschulabschluss, z.B. Master oder Staatsexamen; Promotionsverfahren umfassen eine Doktorarbeit (auch: Dissertation) und eine mündliche Prüfung; Promotionsrecht steht i.d.R. den Universitäten und gleichgestellten Hochschulen zu, Promotionsordnungen der einzelnen Hochschulen regeln das Promotionsv
Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen
Dokumentation und VerwaltungObjekte und Sammlungen dokumentieren, inventarisieren und katalogisieren
Zeichnungen, Fotos und andere Abbildungsunterlagen der Zustände vor, während und nach der Konservierung anfertigen bzw. digitalisieren
Objekte unter Beachtung konservatorischer und sicherheitstechnischer Erfordernisse aufbewahren
Untersuchung, Auswertung, Konservierungmaterielle Substanz, natürliche Alterungsvorgänge sowie Veränderungen an Objekten untersuchen
Schadenskatalog inklusive der Darstellung von Schadensursachen erstellen
Ziel und Umfang von Maßnahmen der Restaurierung: Materielle Sicherung von Werken in einem bestimmten Zustand ohne Wiederherstellung eines früheren Zustands Bauwesen: Haltbarmachung alter und/oder denkmalgestützter Bausubtanz " name="Konservierung">Konservierung festlegen, über temporäre oder dauerhafte Maßnahmen entscheiden
präventive Konservierungsmethoden vorschlagen und umsetzen, z.B. zur Temperatur-, Feuchtigkeits- und Lichtregulierung
durchgeführte Konservierungsmaßnahmen dokumentieren
ggf. notwendige Restaurierungsmaßnahmen anstoßen
als Sachverständige fungieren, Gutachten erstellen
AusstellungsbetreuungAusstellungen unter Einbeziehung von Konservierungsaspekten planen, organisieren und vorbereiten
die Museumsleitung beim Kauf von Exponaten beraten
Exponate in digitalen Sammlungsmanagement-Systemen erfassen
Wissenschaft und LehreForschungsprojekte betreuen, z.B. zu neuen Konservierungstechniken
Konservierungsziele, -leitlinien und -maßnahmen weiterentwickeln
Lehrveranstaltungen vorbereiten und durchführen
Studierende betreuen, Prüfungen abnehmen