4.3 KiB
Berufsbild (Deutschland) — Sucht-, Drogenberater/in
Quelle: BERUFENET, Bundesagentur für Arbeit — Beruf-ID 9038, KldB 2010: B 83154 · via öffentliche BERUFENET-API, abgerufen 2026-07-12. Automatisches Label-Matching (Score 0.67); Inhalte paraphrasiert/gekürzt, Volltext beim Original: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/9038
Aufgaben und Tätigkeiten kompakt
Sucht- und Drogenberater und -beraterinnen sind in den Bereichen Prävention, Beratung und Nachsorge tätig, ggf. unterstützen sie auch im Bereich der Suchtbehandlung. Sie beraten bei Abhängigkeit von Rauschdrogen und Medikamenten oder z.B. bei Spiel- oder Esssucht. Sie stehen den Betroffenen z.B. bei der Bewältigung des Alltags bei, leisten praktische Hilfe bei Ämter- und Behördengängen und zeigen Wege aus der Sucht auf. Sucht- und Drogenberater und -beraterinnen vermitteln Therapieplätze und kümmern sich ggf. um die Wiedereingliederung in das Arbeitsleben. Auch bei Rückfällen stehen sie mit Rat und Tat zur Seite. Zudem leisten sie Aufklärungsarbeit, indem sie z.B. Präventionstage an Schulen planen oder Seminare durchführen.
Die Tätigkeit im Überblick
Sucht- und Drogenberater und -beraterinnen betreuen suchtgefährdete sowie suchtkranke Menschen.
Trends
Virtuelle Therapie- und Beratungssitzungen im psychotherapeutischen und psychosozialen BereichIn den vergangenen Jahren sind zunehmend digitale Therapie- und Beratungsmöglichkeiten entstanden. Die virtuellen Sitzungen laufen über speziell zertifizierte Plattformen per Videokonferenz ab. So ist der Schutz von hochsensiblen Daten der Patienten und Patientinnen gewährleistet. Erste Studien zeigen, dass die virtuelle Therapie bzw. Beratung einen vergleichbaren Erfolg hat wie die klassische Sitzung vor Ort. In Zukunft könnten die technischen Möglichkeiten weiter ausgebaut werden. So könnte z.B. der Puls des Patienten bzw. der Patientin via Smartwatch gemessen werden, um körperliche und emotionale Erregungen festzustellen. Fachkräfte der psychotherapeutischen und psychosozialen Berufe werden sich mit diesen Optionen auseinandersetzen.
Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen
Ratsuchende persönlich, telefonisch, online beraten bei Abhängigkeit von Rauschdrogen (z.B. Alkohol, Crystal Meth, Heroin) oder Medikamenten, bei Spiel-, Einkaufs-, Computer- oder Esssucht beraten
Wege aus der Sucht aufzeigen, Ausstiegshilfen anbieten
Betroffene dazu ermutigen, eine selbstständige und möglichst suchtfreien Lebensführung zu verfolgen und sie auf dem Weg zu diesem Ziel unterstützen
ggf. Angehörige von Abhängigen oder suchtgefährdete Menschen beraten
praktisch unterstützen, organisatorische Aufgaben und Nachsorge übernehmen Hilfsangebote planen und leiten (für Einzelpersonen und ggf. auch Gruppen)
praktische Hilfe bei Ämter- und Behördengängen leisten
Therapieplätze vermitteln
Klienten/Klientinnen bei Nachsorge und Wiedereingliederung in das Arbeitsleben unterstützen
ggf. auch im Bereich der Suchtbehandlung mitwirken und Betroffene bei therapeutischen Maßnahmen begleiten
im Bereich der Sucht- und Drogenprävention Aufklärungs- bzw. Öffentlichkeitsarbeit leisten in Gesundheitsämtern, Jugendzentren, an Schulen etc. Informationsveranstaltungen und -kampagnen durchführen
Eltern-, Erzieher- oder Lehrerseminaren planen und durchführen
Arbeitsbereiche/Branchen
Sucht- und Drogenberater und -beraterinnen finden meist Beschäftigung bei Sozialen Diensten, z.B. Organisationen der freien Wohlfahrtspflege und Jugendhilfe
in Drogenberatungsstellen
in Einrichtungen der ambulanten Drogenhilfe
in Vorsorge- und Einrichtung, die Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft oder am Arbeitsleben anbietet. Dabei wird zwischen medizinischen, heilpädagogischen und Einrichtungen zur beruflichen Rehabilitation unterschieden. Die berufliche Erstausbildung findet für Menschen mit Behinderungen i.d.R. in Berufsbildungswerken (BBW) statt. Eine berufliche Weiterbildung erfolgt meist in Berufsförderungswerken (BFW). " name="Rehabilitationseinrichtung">Rehabilitationskliniken
Sie finden auch Beschäftigung in Justizvollzugsanstalten
bei Krankenversicherungen
Arbeitsorte
Sucht- und Drogenberater und -beraterinnen arbeiten meist in Büro- und Besprechungsräumen
in Gruppenräumen
in Privatwohnungen (bei Hausbesuchen)
Sie arbeiten ggf. auch im Homeoffice bzw. mobil