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Berufsbild (Deutschland) — Ingenieur/in - Schiffbau und Meerestechnik
Quelle: BERUFENET, Bundesagentur für Arbeit — Beruf-ID 59403, KldB 2010: B 25244 · via öffentliche BERUFENET-API, abgerufen 2026-07-12. Automatisches Label-Matching (Score 1.00); Inhalte paraphrasiert/gekürzt, Volltext beim Original: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/59403
Aufgaben und Tätigkeiten kompakt
Ingenieure und Ingenieurinnen für Schiffbau und Meerestechnik arbeiten v.a. in der Herstellung von Wasserfahrzeugen oder maritimen Konstruktionen, z.B. Bohrinseln. Sie entwickeln neue Schiffstypen und -formen und konstruieren die einzelnen Schiffsteile wie Schiffsrumpf, Aufbauten und Ausrüstungen. Sie planen und überwachen die Fertigung und Montage und ggf. auch Umbau- und Reparaturarbeiten. In der Produktion koordinieren sie alle Bereiche vom Betriebsmitteleinsatz bis zum benötigten Fachpersonal und kontrollieren den gesamten Prozess. Im Vertrieb führen sie Kundengespräche, kalkulieren Kosten, bearbeiten Ausschreibungsunterlagen und erstellen Angebote.
Tätigkeitsbezeichnungen
Ingenieur/in - Schiffbau und Meerestechnik
Auch übliche Berufsbezeichnung/SynonymSchiffbauingenieur/in
Berufsbezeichnung in englischer SpracheNaval architect (m/f)
Berufsbezeichnungen in französischer SpracheIngénieur/Ingénieure en construction navale
Ingénieur/Ingénieure en génie maritime
Die Tätigkeit im Überblick
Ingenieure und Ingenieurinnen für Schiffbau und Meerestechnik entwerfen und konstruieren Fluss- und Seeschiffe, Wasserfahrzeuge und maritime Konstruktionen. Sie planen und überwachen Fertigungs- und Montageabläufe und Umbau- oder Reparaturarbeiten.
Trends
3-D-Druck im Boots- und Schiffbau3-D-Druck ermöglicht die Herstellung dreidimensionaler Objekte auf der Grundlage digitaler Informationen durch das schichtweise Auftragen von Materialien. Diese Technik ist bereits in der Herstellung von Prototypen und Bauteilen für Bootsbau, Schifffahrt und maritime Industrie im Einsatz. Derzeit wird auch nach Möglichkeiten geforscht, ganze Boots- bzw. Schiffskörper im 3-D-Druckverfahren herzustellen. Fachkräfte müssen sich mit der neuen Technik vertraut machen, um für die Entwicklung gerüstet zu sein. Leasing von kollaborativen Robotern (Cobots)Spezialisierte Roboter, die eng mit Menschen in Industrie und Handwerk zusammenarbeiten. Sie sind mit Sensoren und Steuerungssystemen ausgestattet, wodurch sie menschliche Aktionen erkennen und darauf reagieren können. " name="Collaborative Robots (Cobots)">Kollaborative Roboter (Cobots) unterstützen Fachkräfte in der Industrie und verbessern durch Automatisierung sowohl die Produktionsgeschwindigkeit als auch die Qualität. Ihre Anschaffung kann jedoch hohe Kosten verursachen, besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Leasing-Modelle schaffen hier Abhilfe, da sie die Einstiegskosten senken und den Zugang zur Technologie erleichtern. Immer mehr Anbieter reagieren mit entsprechenden Angeboten auf das wachsende Interesse. Führungskräfte in der Industrie prüfen daher zunehmend die Optionen für Cobot-Leasing.
Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)
Worum geht es?Ingenieure und Ingenieurinnen für Schiffbau und Meerestechnik entwerfen und konstruieren Fluss- und Seeschiffe aller Art, sonstige Wasserfahrzeuge und ortsfeste maritime Konstruktionen. Sie planen und überwachen Fertigungs- und Montageabläufe für Neuanfertigungen und Umbau-, Überhol- oder Reparaturarbeiten. Konstruktion und FertigungIngenieure und Ingenieurinnen für Schiffbau und Meerestechnik legen als Projektingenieure und -ingenieurinnen nach den Wünschen des Auftraggebers das bauliche Gesamtkonzept sowie die geometrischen Hauptabmessungen fest, berechnen die auftretenden Einzelmassen und die auf das Schiff wirkenden Kräfte. Sie testen Schiffsmodelle in maßstabsgerecht verkleinerten Versuchsanlagen. Sie müssen die Seetüchtigkeit unter allen vorhersehbaren Betriebsumständen gewährleisten und die erforderliche Antriebsleistung und Ladekapazität bestimmen. Dabei sind zahlreiche Vorschriften und Gesetze über Schiffssicherheit, Unfallverhütung und Klassifikation zu beachten. Die kalkulierten Kosten für Material, Löhne und Zulieferungen, technische Daten und Terminplanungen ergeben dann das Angebot. Als Objektingenieure und -ingenieurinnen betreuen sie Konzeption und Fertigung eines einzelnen Schiffes oder sonstigen Objektes und steuern die Kooperation zwischen den Abteilungen und gegenüber Zulieferern sowie den Terminplan vom Entwurf bis zur Fertigstellung und Übergabe. Sowohl im Konstruktionsbüro als auch in der Fertigung bedienen sie sich der Computertechnik. Ingenieure und Ingenieurinnen für Schiffbau und Meerestechnik konstruieren auch die Baugruppen und Einzelteile für Schiffsrumpf, -ausrüstung und -einrichtung. Sie entwickeln immer effizientere Motoren und Solar-, Wind- oder Biospritantriebe. Ihre Ergebnisse bereiten sie als Werkstattzeichnungen und Arbeitsanweisungen für die Fertigung vor bzw. geben sie als Bestellungen für Material oder Bauteile an die kaufmännischen Abteilungen weiter. In der Fertigung planen und überwachen die Ingenieure und Ingenieurinnen die einzelnen Arbeitsprozesse. Weitere EinsatzmöglichkeitenNeben der Schiffbauindustrie können Ingenieure und Ingenieurinnen für Schiffbau und Meerestechnik auch in der Zulieferindustrie tätig werden. Dort beschäftigen sie sich beispielsweise mit Maschinentechnik oder Schiffsausrüstung. In Werften gehören der Werftbetrieb und seine anhängige Logistik zu ihren Aufgaben. Außerdem können sie auch in der staatlichen Verwaltung, z.B. bei Wasser- und Schifffahrtsämtern, bei Klassifikati
Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen
ProjektierungSchiffe, schiffs- und meerestechnische Anlagen nach Wünschen des Auftraggebers projektieren und entwerfen, dabei Bestimmungen zur Schiffssicherheit, Unfallverhütung und Schiffsklassifikation beachten
bauliches Konzept und geometrische Hauptabmessungen festlegen, dabei z.B. Kräfte, Ladekapazitäten und erforderliche Antriebsleistung berechnen
Angebot ausarbeiten: Gesamtkosten bestimmen, technische Daten zusammenfassen, Terminplanung ausarbeiten
KonstruktionBauteile und Baugruppen des Schiffskörpers, der Schiffsausrüstung und -einrichtung mit fachspezifischen Computerprogrammen berechnen und konstruieren
dynamische und statische Belastungen ermitteln, Numerisches Verfahren zur Lösung von Diferentialgleichungen; hilft bei der Berechnung von Problemen aus verschiedenen physikalischen Disziplinen Siehe auch FEA " name="Finite Elemente Method (FEM)">Finite-Elemente-Methoden anwenden, Festigkeitsberechnungen durchführen
Qualitätsstandards festlegen, Prüfunterlagen erstellen
Daten für die Arbeitsvorbereitung, Fertigungsplanung und -steuerung erarbeiten
Fertigung Fertigungs-, Montageplanung für den gesamten Schiffsneubau einschließlich des Einbaus der schiffstechnischen Anlagen durchführen
Programme für die computergesteuerten Fertigungsanlagen erstellen
termingerechtes Beschaffen der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Halberzeugnisse sicherstellen
die Beseitigung von Fehlerquellen im Fertigungsprozess veranlassen und Sofortmaßnahmen bei Störungen überwachen
die Einhaltung der einschlägigen Arbeitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen und der Unfallverhütungsvorschriften überwachen
Erprobung und Abnahme von Teilen und Baugruppen vorbereiten und durchführen
Führungs- und Überwachungsaufgabenals Objektingenieur/in: z.B. Betreuen eines Schiffsneubaus vom Entwurf bis zur Fertigstellung und Übergabe an den Auftraggeber, Koordinieren aller am Neubau beteiligten Betriebsabteilungen und Zulieferfirmen
Mitarbeiter/innen im eigenen Verantwortungsbereich führen, anleiten und beurteilen und bei der betrieblichen Aus- und Weiterbildung mitwirken
im Unternehmensmanagement: z.B. Projekte nach technischen und kaufmännischen Kriterien überprüfen, betriebliche Kennzahlen aufarbeiten
überwachende Tätigkeiten bei Behörden übernehmen
Forschung und Lehrean Forschungsvorhaben mitwirken
Vorlesungen und Seminare vorbereiten bzw. abhalten, Unterricht nachbereiten, ggf. Prüfungen abnehmen
Forschungsberichte verfassen