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Berufsbild (Deutschland) — Hebamme
Quelle: BERUFENET, Bundesagentur für Arbeit — Beruf-ID 8838, KldB 2010: B 81353 · via öffentliche BERUFENET-API, abgerufen 2026-07-12. Automatisches Label-Matching (Score 1.00); Inhalte paraphrasiert/gekürzt, Volltext beim Original: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/8838
Aufgaben und Tätigkeiten kompakt
Hebammen begleiten Frauen medizinisch und psychosozial von der Schwangerschaft bis zur Stillzeit. Sie führen Vorsorgeuntersuchungen durch, bieten Geburtsvorbereitungskurse an und beraten Schwangere. Während der Geburt unterstützen sie die Mütter, überwachen den Geburtsverlauf, kontrollieren Vitalfunktionen und ziehen bei Komplikationen Ärzte bzw. Ärztinnen hinzu. Nach der Entbindung betreuen sie Mutter und Kind, beraten zu Stillen, Rückbildung und Säuglingspflege, und betreuen Familien mit besonderen Risiken als Familienhebammen. Mit entsprechender Qualifikation können sie Leitungsaufgaben übernehmen, im Qualitäts- oder Risikomanagement arbeiten oder in Ausbildung und Forschung tätig werden, wofür meist ein Masterstudium erforderlich ist.
Tätigkeitsbezeichnungen
Hebamme
Auch übliche Berufsbezeichnung/SynonymGeburtshelfer/in
Frühere BerufsbezeichnungHebamme/Entbindungspfleger (Ausbildungs-/Studienberuf bis 2022)
Berufsbezeichnungen in englischer SpracheMidwife
Registered Midwife
Berufsbezeichnung in französischer SpracheSage-femme
Die Tätigkeit im Überblick
Hebammen betreuen Frauen während ihrer Schwangerschaft und bei der Entbindung. Sie versorgen Mütter und Neugeborene im Wochenbett und begleiten sie während der Stillzeit.
Trends
Das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) im GesundheitswesenDas Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation (Digitale-Versorgung-Gesetz, DVG) soll die Digitalisierung der medizinischen Versorgung voranbringen. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ist bereits Pflicht. Außerdem können Patienten und Patientinnen auf Wunsch bereits die elektronische Patientenakte nutzen. Auch digitale Angebote wie Online-Sprechstunden, Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) oder elektronische Rezepte gewinnen immer mehr an Bedeutung. Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser sind verpflichtet, an der bundesweiten Telematik-Infrastruktur teilzunehmen, die sie untereinander und auch mit den Krankenkassen digital vernetzen soll. Fach- und Führungskräfte im Gesundheitsweisen müssen sich mit diesen Entwicklungen intensiv auseinandersetzen, weil sie immer mehr zum beruflichen Alltag gehören werden.
Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)
Worum geht es?Hebammen betreuen Frauen während ihrer Schwangerschaft und bei der Entbindung. Sie versorgen Mütter und Neugeborene im Wochenbett und begleiten sie während der Stillzeit. Schwangerschaftsverlauf überwachen Hebammen beraten Frauen z.B. zu Fragen der Familienplanung und stellen Schwangerschaften fest. Während der Schwangerschaft führen sie Vorsorgeuntersuchungen laut Mutterschaftsrichtlinien (Mutterpass) durch und messen z.B. Gewicht und Blutdruck der werdenden Mütter, überwachen die kindlichen Herztöne und überprüfen die Lage der Kinder. Stellen sie Unregelmäßigkeiten fest, schalten sie die jeweiligen behandelnden Ärzte bzw. Ärztinnen ein. Die Untersuchungsergebnisse tragen sie in den Mutterpass ein und besprechen sie mit den Schwangeren. Bei Risikoschwangerschaften überwachen Hebammen werdende Mütter ggf. auch stationär. Beraten und schulenSie informieren werdende Mütter bzw. Eltern umfassend zu allen mit Schwangerschaft und Geburt zusammenhängenden Fragen und Veränderungen und beraten über eine schwangerschaftsgerechte Lebensführung, beispielsweise hinsichtlich Ernährung und Bewegung. Darüber hinaus informieren sie über Säuglingspflege sowie das Leben mit dem Neugeborenen und bereiten so werdende Mütter bzw. Eltern auf ihre neue Rolle vor. Zur Geburtsvorbereitung lehren sie Entspannungs- und Atemtechniken, leiten die werdenden Mütter bei Beckenbodenübungen an, bei Übungen für das Kreislauf- und Stoffwechselsystem oder den Rücken. Sie bieten außerdem Rückbildungsgymnastik an und Kurse zu Säuglingspflege oder Babymassage. Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung Unproblematische Entbindungen führen Hebammen selbstständig durch. Sie beruhigen werdende Mütter während der Wehen und kontrollieren den gesundheitlichen Zustand der Gebärenden und des Kindes, z.B. mit Wehen- und Herztonschreibern oder elektrischen Herzfrequenztastern. In der letzten Geburtsphase führen sie den Kopf des Kindes und helfen so beim Austritt. Sie nabeln das Neugeborene ab, überprüfen die Atmung, stellen Geschlecht, Gewicht, Größe und Reifezeichen wie Hautfestigkeit und -farbe fest. Sie überwachen den Ausstoß und die Vollständigkeit der Plazenta (Nachgeburt, Mutterkuchen) und versorgen Mütter und Neugeborene. Gegebenenfalls leiten sie die Mütter beim ersten Stillen an. Abschließend dokumentieren sie den Geburtsverlauf. Bei Komplikationen während der Entbindung ziehen sie umgehend einen Arzt oder eine Ärztin hinzu bzw. lassen die werdende Mutter in eine Klinik bringen. Sie assi
Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen
Schwangerenberatung und GeburtsvorbereitungSchwangerschaft feststellen
werdende Mütter während der Schwangerschaft betreuen Schwangeren- und Elternsprechstunden durchführen, über gesetzliche und soziale Hilfen für werdende Mütter informieren
kultursensibel zu schwangerschaftsgerechter Lebensführung beraten (z.B. bezüglich Medikamenten, Ernährung)
belastende Lebenssituationen und Problemlagen bei Schwangeren und ihren Familien erkennen, ggf. auf Maßnahmen zur Unterstützung hinwirken
Geburtsvorbereitungskurse halten Entspannungs- und Atemtechniken lehren, über Vorsorgeuntersuchungen, Schwangerschafts- und Geburtsablauf informieren
hinsichtlich Elternschaft, Ernährung, Pflege, Hygiene und Versorgung von Neugeborenen und Säuglingen beraten
Vorsorgeuntersuchungen durchführen, um Verlauf von Schwangerschaften zu überwachen Leibesumfang, Gewicht, Beckenmaße, Herztöne und Blutdruck der Schwangeren untersuchen, Herztöne, Lage und Entwicklung des Kindes kontrollieren
Risikoschwangerschaften erkennen und nach ärztlicher Anordnung überwachen
Befunde und Maßnahmen dokumentieren und protokollieren (Mutterpass der Schwangeren führen)
in Kliniken die Ärzte und Ärztinnen bei der geburtshilflichen Diagnostik unterstützen
GeburtsbegleitungGeburten selbstständig leiten Geburtsablauf besprechen und zur aktiven Mitarbeit ermutigen; Gebärende beruhigen und zum geburtsfördernden Verarbeiten der Wehen sowie zur optimalen Atemarbeit anleiten
Wehen überwachen, Gesundheitszustand der Gebärenden und Kinder ständig kontrollieren
bei der Geburt des Kindes helfen und manuellen Dammschutz durchführen
Regelwidrigkeiten erkennen und ggf. eine ärztliche Behandlung veranlassen
bei ärztlichen Maßnahmen Hilfe leisten
evtl. Geburtsverletzungen versorgen bzw. nähen
Neugeborene und Entbundene versorgen Neugeborene abnabeln und reinigen, Geschlecht, Gewicht, Länge, Kopfumfang feststellen, Reifezeichen überprüfen
Mütter beim ersten Stillen anleiten
Abweichungen bei den Neugeborenen und Frischentbundenen erkennen und ggf. sofort ärztliche Hilfe hinzuziehen
ärztlich angeordnete Maßnahmen selbstständig durchführen, z.B. bei der Erstversorgung von Müttern und Neugeborenen nach geburtshilflichen Eingriffen und Operationen
im Notfall Wiederbelebungsmaßnahmen bei Müttern und Neugeborenen durchführen
für die Reinigung der Geburtsumgebung und der Instrumente sorgen
Geburten dokumentieren, Befunde im Geburtenbuch und Geburtsprotokoll eintragen
WochenbettbetreuungNeugeborenenp