9.8 KiB
Berufsbild (Deutschland) — Ingenieur/in - Verfahrenstechnik
Quelle: BERUFENET, Bundesagentur für Arbeit — Beruf-ID 58740, KldB 2010: B 25104 · via öffentliche BERUFENET-API, abgerufen 2026-07-12. Automatisches Label-Matching (Score 1.00); Inhalte paraphrasiert/gekürzt, Volltext beim Original: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/58740
Aufgaben und Tätigkeiten kompakt
Ingenieure und Ingenieurinnen der Verfahrenstechnik entwickeln neue Herstellungsverfahren, die in Pilotanlagen getestet werden. Sie erfassen deren physikalische, chemische und biologische Zusammenhänge und beschreiben sie mathematisch oder in Fließbildern. Anschließend übertragen sie die Ergebnisse vom Labor- auf den Produktionsmaßstab. Für die Produktion konstruieren sie Maschinen, Anlagen und Apparate, erarbeiten Bauunterlagen (z.B. Rohrleitungspläne), stellen Anlagenteile her oder beschaffen sie. Ggf. optimieren sie auch bestehende Herstellungsprozesse und achten dabei auf Qualitätsstandards. Darüber hinaus erstellen sie Risikoanalysen und Arbeitsanweisungen und führen Weiterbildungen durch.
Tätigkeitsbezeichnungen
Ingenieur/in - Verfahrenstechnik
Auch übliche Berufsbezeichnungen/SynonymeProzessingenieur/in (Verfahrenstechnik)
Verfahrensingenieur/in
Abweichende Berufsbezeichnungen der ehemaligen DDRDiplom Ingenieur (Uni)/ Diplom Ingenieurin (Uni) - Fachrichtung Anlagenbau
Diplom-Ingenieur/Diplom-Ingenieurin (Uni) Fachrichtung Apparate und Anlagen der Stoffumwandlung/Stoffwirtschaft
Diplom Ingenieur (Uni)/Diplom Ingenieurin (Uni) - Fachrichtung Grundstoffverfahrenstechnik
Diplom Ingenieur (Uni)/ Diplom Ingenieurin (Uni) - Fachrichtung Kohleveredlung
Diplom-Ingenieur/Diplom-Ingenieurin (Uni) Fachrichtung Prozessverfahrenstechnik
Diplom Ingenieur (Uni)/ Diplom Ingenieurin (Uni) - Fachrichtung Systemverfahrenstechnik
Berufsbezeichnung in englischer SpracheProcess engineer (m/f)
Berufsbezeichnungen in französischer SpracheIngénieur/Ingénieure - génie des procédés
Ingénieur/Ingénieure - procédés
Die Tätigkeit im Überblick
Ingenieure und Ingenieurinnen der Verfahrenstechnik entwickeln und betreiben Prozesse zur Produktherstellung aus Rohstoffen. Außerdem planen und verbessern sie Apparate sowie Anlagen und arbeiten oft auch im technischen Vertrieb, in der Anwendungs- oder Kundenberatung oder Verwaltung von Industrieunternehmen.
Trends
Biokunststoffe: Grünabfälle statt ErdölBioplastik soll fossile Rohstoffe einsparen, weniger CO2 freisetzen und biologisch abbaubar oder kompostierbar sein. Viele Biokunststoffe werden bisher aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Weizen oder Zuckerrohr hergestellt. Diese sind zwar biobasiert, aber nicht immer biologisch abbaubar. Zudem kann ihr Anbau Luft, Wasser und Boden belasten. Der Fokus verlagert sich daher zunehmend auf Biokunststoffe der 2. Generation. Sie werden aus pflanzlichen Abfällen und Reststoffen hergestellt und benötigen keine zusätzlichen Anbauflächen - ein Schritt zur Reduzierung der Flächennutzung. Fach- und Führungskräfte stellen sich auf die neuen Verfahren und Technologien ein und erwerben das nötige Wissen. Künstliche Intelligenz (KI) in der NanotechnologieIn der Forschung werden mithilfe der Interdisziplinäre Wissenschaft, die sich grundlegend mit der Nutzung neuer Funktionen von belebter und unbelebter Materie beschäftigt; basiert auf der geometrischen Größe sowie auf den materialspezifischen Eigenheiten von Nanostrukturen; mittels Nanotechnologie können z.B. Atome und Moleküle manipuliert werden " name="Nanotechnologie">Nanotechnologie Materialeigenschaften von Stoffen auf molekularer Ebene verändert. englisch: Artificial Intelligence (AI) Teilgebiet der Informatik, das Strukturen menschlicher Intelligenz untersucht, auf Computer überträgt und Programme für intelligente Problemlösungen entwickelt, z. B. Spracherkennung " name="Künstliche Intelligenz (KI)">Künstliche Intelligenz (KI) erweitert zunehmend die Anwendungsmöglichkeiten: In der Medizin überwachen KI-Nanobots Körperzustände, in der Oberflächenbearbeitung beeinflussen KI-gesteuerte Mikroskope Moleküle gezielt auf kleinster Ebene. Führungskräfte in der Nanotechnologie erforschen aktiv, wie sie KI einsetzen, um bestehende Verfahren zu verbessern und neue Anwendungen zu entwickeln. Künstliche Intelligenz (KI) in der FertigungIn der automatisierten Fertigung sind Anlagen digital vernetzt und steuern sich teils selbst. Künstliche Intelligenz (KI) soll künftig Software- und Hardwarekomponenten in die Lage versetzen, ganze Produktionsprozesse eigenständig zu lenken - von der Inbetriebnahme bis zum Umbau großer Produktionsstätten. Fach- und Führungskräfte werden sich mit diesen Entwicklungen vertraut machen. Industrie 4.0 im MaschinenbauDie Technologien der Industrie 4.0 gehören für Industrieunternehmen zunehmend zum Alltag. Im Maschinen- und Anlagenbau zählen dazu z.B. die Ver
Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)
Worum geht es?Ingenieure und Ingenieurinnen der Verfahrenstechnik entwickeln, realisieren und betreiben Prozesse, in denen Produkte aus Rohstoffen gefertigt werden. Zudem planen, bauen und optimieren sie Apparate und Anlagen, die diese Verfahren umsetzen. Darüber hinaus arbeiten sie im technischen Vertrieb, in der Anwendungsberatung, im Kundendienst oder in der Verwaltung von Industrieunternehmen. Neue verfahrenstechnische Grundlagen schaffenVon Lebensmitteln über Kosmetika bis zu Kunststoffen: Ingenieure und Ingenieurinnen der Verfahrenstechnik sind mit zahlreichen Aufgaben rund um die Herstellung von Produkten der Verfahrenstechnik betraut. Für deren Fertigung schaffen sie neue verfahrenstechnische Grundlagen und entwickeln diese für die Gestaltung von technischen Prozessen weiter. Hierzu untersuchen sie, wie die Grundmaterialien beschaffen sein müssen, welche Eigenschaften das fertige Erzeugnis haben soll und welche Maschinen und Anlagen für die Produktion infrage kommen. Unter anderem entwickeln sie auch im Rahmen der regenerativen Energiewirtschaft Methoden zur Umwandlung von Abfallprodukten z.B. in Biogasanlagen oder Konzepte zur Wärme- und Kälteversorgung von Gewerbeimmobilien, z.B. auf Grundlage geothermischer Anlagen. Um mess- und produktionstechnische Verfahren zu entwickeln, setzen sie ggf. Methoden der Interdisziplinäre Wissenschaft, die sich grundlegend mit der Nutzung neuer Funktionen von belebter und unbelebter Materie beschäftigt; basiert auf der geometrischen Größe sowie auf den materialspezifischen Eigenheiten von Nanostrukturen; mittels Nanotechnologie können z.B. Atome und Moleküle manipuliert werden " name="Nanotechnologie">Nanotechnologie ein. Anlagen planen und konstruierenBei der Planung, Projektierung und Konstruktion von Anlagen legen sie Einzelkomponenten wie Behälter, Rohre, Pumpen, Ventile, Apparate sowie Mess- und Regeleinrichtungen fest. Dabei gehen sie von der Prozessbeschreibung und den darauf aufbauenden Stoff- und Energieflussplänen aus, müssen aber auch Umweltschutzauflagen und die Wirtschaftlichkeit der Anlagen berücksichtigen. Sie berechnen die Auslegung der einzelnen Komponenten, beispielsweise der Behälter, mithilfe von Technologie für Planung, Entwurf, Konstruktion o.ä.; Erstellung technischer Zeichnungen und Modelle verschiedener Erzeugnisse in 2D oder 3D, z. B. im Bauwesen, im Maschinenbau, in der Elektrotechnik " name="Computer Aided Design (CAD)">CAD-Anwendungen und erstellen dann die Rohrleitungs- und Aufstellu
Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen
Verfahrenstechnische ProzesseVerfahren festlegen
Stoffmengen für die Verfahrensumsetzung in der endgültigen Anlage umrechnen
ggf. Validierungsaktivitäten entwickeln und dokumentieren
charakteristische Stoffwerte ermitteln
Versuche im Labor- und Technikumsmaßstab durchführen
Verfahrenstechnische AnlagenAnlagenschema entwickeln und festlegen
Größe der Anlagenteile und Apparate bestimmen, konstruktive Details ausarbeiten und festlegen
Bauunterlagen erstellen, z.B. Aufteilungsplan der Komponenten, Rohrleitungspläne
Anlagenteile herstellen (z.B. mithilfe von Spezialisierte Roboter, die eng mit Menschen in Industrie und Handwerk zusammenarbeiten. Sie sind mit Sensoren und Steuerungssystemen ausgestattet, wodurch sie menschliche Aktionen erkennen und darauf reagieren können. " name="Collaborative Robots (Cobots)">Cobots) oder beschaffen
Probeläufe durchführen und überwachen
Produktionsprozesse überwachen und die erforderlichen Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten planen und veranlassen
Einhaltung der Arbeitsschutz-, Sicherheits- und Umweltschutzvorschriften überwachen
Produktionsverfahren und Anlagenkomponenten optimieren und weiterentwickeln
Organisation und Koordinationim Unternehmensmanagement, in der Geschäftsleitung mitarbeiten
die Bereiche Einkauf, Materialwirtschaft, Vertrieb, betriebliches Rechnungswesen leiten oder darin mitarbeiten
Führungs- und Leitungsaufgaben wahrnehmen, Mitarbeitende anleiten und beurteilen
Prüfung und VertriebKundenberatung und -betreuung
betriebliche Aus- und Weiterbildung planen und überwachen, ggf. auch im Hinblick auf Themen wie digitale Vernetzung oder Additive Fertigung (Auch: Additive Fertigung, Rapid Prototyping. Herstellungsverfahren, bei dem durch das schichtweise Ablagern von Material ein Objekt aufgebaut wird. Es kommt vor allem bei der Herstellung von Prototypen und Modellen oder Werkstücken mit geringer Stückzahl zum Einsatz. Die Vorlage wird meist mit CAD-Software angefertigt. " name="3-D-Druck">3-D-Druck)
Wirtschaftlichkeitsberechnungen durchführen, Angebote ausarbeiten
als Sachverständige/r Gutachten und Prüfberichte erstellen
Risikoanalysen und Arbeitsanweisungen erstellen, Qualifizierungsmaßnahmen durchführen
Wissenschaftliche Forschung und Lehrean Forschungsvorhaben mitwirken
Vorlesungen und Seminare vorbereiten bzw. abhalten, Unterricht nachbereiten, ggf. Prüfungen abnehmen
Forschungsberichte verfassen