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Berufsbild (Deutschland) — Ingenieur/in - Textiltechnik
Quelle: BERUFENET, Bundesagentur für Arbeit — Beruf-ID 58739, KldB 2010: B 28104 · via öffentliche BERUFENET-API, abgerufen 2026-07-12. Automatisches Label-Matching (Score 1.00); Inhalte paraphrasiert/gekürzt, Volltext beim Original: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/58739
Aufgaben und Tätigkeiten kompakt
Textilingenieure und -ingenieurinnen übernehmen als leitende Instanz technische und organisatorische Aufgaben in Betrieben der Textilindustrie, Textilmaschinenherstellung, Textilchemie oder Lederindustrie. Dabei können sie ihren Schwerpunkt u.a. auf die Fertigung, Qualitätssicherung oder auf den kaufmännischen Bereich legen. Sie erstellen Fertigungsunterlagen, betreuen Produktionsanlagen, planen den Mitarbeitereinsatz, überwachen Fertigungsprozesse und kontrollieren die Qualität. Dafür achten sie auf Umweltschutzbestimmungen, etwa bei der Abwasserentsorgung und dem Umgang mit Chemikalien wie Farben oder Imprägniermitteln. Sie können bei der Entwicklung von z.B. innovativen Materialien mitwirken oder im Marketing- und Kundenvertrieb arbeiten.
Tätigkeitsbezeichnungen
Ingenieur/in - Textiltechnik
Auch übliche Berufsbezeichnung/SynonymTextilingenieur/in
Abweichende Berufsbezeichnungen der ehemaligen DDRDiplom Ingenieur (Uni)/ Diplom Ingenieurin (Uni) - Fachrichtung Chemiefasertechnologie
Diplom Ingenieur (Uni)/Diplom Ingenieurin (Uni) - Fachrichtung Textil- und Konfektionstechnik
Diplom Ingenieur (Uni)/ Diplom Ingenieurin (Uni) - Fachrichtung Textiltechnologie
Berufsbezeichnung in französischer SpracheIngénieur/Ingénieure - textile
Die Tätigkeit im Überblick
Textilingenieure und -ingenieurinnen planen, leiten und überwachen die Fertigung in der Textilindustrie. Sie konzipieren neue Fertigungsverfahren und wirken bei der Entwicklung neuer Materialien mit.
Trends
Leasing von kollaborativen Robotern (Cobots)Spezialisierte Roboter, die eng mit Menschen in Industrie und Handwerk zusammenarbeiten. Sie sind mit Sensoren und Steuerungssystemen ausgestattet, wodurch sie menschliche Aktionen erkennen und darauf reagieren können. " name="Collaborative Robots (Cobots)">Kollaborative Roboter (Cobots) unterstützen Fachkräfte in der Industrie und verbessern durch Automatisierung sowohl die Produktionsgeschwindigkeit als auch die Qualität. Ihre Anschaffung kann jedoch hohe Kosten verursachen, besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Leasing-Modelle schaffen hier Abhilfe, da sie die Einstiegskosten senken und den Zugang zur Technologie erleichtern. Immer mehr Anbieter reagieren mit entsprechenden Angeboten auf das wachsende Interesse. Führungskräfte in der Industrie prüfen daher zunehmend die Optionen für Cobot-Leasing. Fashion on DemandMit Fashion on Demand (Mode auf Anfrage) stimmen Modeunternehmen Angebot und Nachfrage präzise aufeinander ab. Bei Fashion on Demand wird Mode erst nach dem Verkauf produziert. Ein automatisierter Produktionsablauf steuert Design, Materialeingang, Zuschnitt und Näherei auftragsbasiert. Die genau benötigte Stückzahl wird flexibel, zeitlich überschaubar und ressourcenschonend produziert. Neue Maßschneidertechnologien erfassen und visualisieren Körpermaße automatisch und leiten die Daten direkt an die Fertigung. So kann die hohe Retourenquote im Onlinehandel gesenkt werden. Fach- und Führungskräfte aus der Mode- und Textilbranche werden sich mit diesen neuen Produktionsmöglichkeiten auseinandersetzen. Nachhaltige Mode, nachhaltige TextilienIn der Bekleidungsbranche steigt die Nachfrage nach Produkten, die umweltfreundlich und nachhaltig produziert werden. Hersteller reagieren darauf mit innovativen Materialien wie recyceltem Kunststoff, regenerativen Textilien oder Naturfasern aus Kaffee, Pilzen oder Algen. Führungskräfte der Textilindustrie setzen auf neue Rohstoffe und effizientere Verfahren wie z.B. Ultraschalltechnologie zur Reduktion von Chemikalien, Wasser und Energie. Im Design und Handel geht es darum, Kollektionen stärker an Kundenwünsche anzupassen. 3-D-Druck in der TextilerzeugungDer Auch: Additive Fertigung, Rapid Prototyping. Herstellungsverfahren, bei dem durch das schichtweise Ablagern von Material ein Objekt aufgebaut wird. Es kommt vor allem bei der Herstellung von Prototypen und Modellen oder Werkstücken mit geringer Stückzahl zum Einsatz. Die Vorlage wird meist mit CAD-
Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)
Worum geht es?Textilingenieure und Textilingenieurinnen planen, leiten und überwachen die Fertigung in den unterschiedlichen Sparten der Textilindustrie, konzipieren neue Fertigungsverfahren und wirken bei der Entwicklung neuer Materialien mit. Entwicklung und KonstruktionSie wirken mit bei der Entwicklung bzw. Optimierung von Materialien und von Hilfsmitteln für die Verarbeitung oder Ausrüstung von Textilien oder Leder. Auch an der Erschließung neuer Einsatzmöglichkeiten für ihre Erzeugnisse sind sie beteiligt, sei es als Bestandteil von ultraleichten Faserverbundwerkstoffen, als funktionale Textilien wie Medizintextilien und Smart Textiles oder als Komponenten für den Fahrzeugbau, hier z.B. in Kombinationen aus Textilien, Leder und Kunststoffen. Neue Werkstoffe und Produkte erfordern oft neue bzw. optimierte Fertigungsverfahren und -einrichtungen. Textilingenieure und -ingenieurinnen konstruieren die entsprechenden Maschinen und Anlagen bzw. Vorrichtungen entsprechend der geänderten Anforderungen bzw. nach Kundenangaben mithilfe von Technologie für Planung, Entwurf, Konstruktion o.ä.; Erstellung technischer Zeichnungen und Modelle verschiedener Erzeugnisse in 2D oder 3D, z. B. im Bauwesen, im Maschinenbau, in der Elektrotechnik " name="Computer Aided Design (CAD)">CAD-Anwendungen und planen bzw. leiten die Herstellung von Bauteilen, die Montage und die Inbetriebnahme der Anlagen. Einzel- bzw. Spezialbauteile werden dabei zunehmend auch im additiven Fertigungsverfahren (3-D-Druck) hergestellt. Fertigung und QualitätssicherungIm Bereich Fertigung planen, organisieren, steuern und überwachen Textilingenieure und -ingenieurinnen die Abeitsabläufe. Sie erstellen Fertigungsunterlagen, legen Arbeitsschritte fest, organisieren die termingerechte Materialbereitstellung, planen den Mitarbeitereinsatz und sorgen dafür, dass die Fertigungseinrichtungen einwandfrei funktionieren. Darüber hinaus überwachen sie die Einhaltung der Arbeitssicherheitsbestimmungen und der Umweltschutzvorschriften. Sie sorgen z.B. für den verantwortungsbewussten Umgang mit Chemikalien, für die Reinigung von Abwässern und Abluft, die vorschriftsmäßige Entsorgung von Abfällen, die Eindämmung von Lärm oder die Senkung des Energie- und Rohstoffverbrauchs. Im Bereich Qualitätssicherung wirken sie mit an der Erarbeitung, Festlegung und Umsetzung von Qualitätsstandards und sorgen dafür, dass in allen Stadien der Fertigung Qualitätskontrollen durchgeführt werden. Weitere EinsatzmöglichkeitenText
Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen
Entwicklung und Konstruktionan der Entwicklung bzw. Optimierung von Faserstoffen, Hilfsmitteln, Maschinen und Prozessen mitwirken, Ideen für neue Produkte und zur Produktverbesserung entwickeln
neue bzw. verbesserte Eigenschaftsprofile und Funktionen von Textilien und Leder erforschen und entwickeln
bestehende Fertigungsverfahren unter technischen und wirtschaftlichen Aspekten analysieren, neue Herstellungsverfahren erproben
Maschinen, Anlagen bzw. Maschinenbauteile konstruieren, die Herstellung organisieren und überwachen
die Montage und Inbetriebnahme neuer Fertigungseinrichtungen leiten, ggf. Bedienpersonal einweisen
Fertigung, Qualitätssicherung Fertigungsabläufe bei der Herstellung und Verarbeitung planen, organisieren, steuern, überwachen und leiten
Planungsunterlagen und Arbeitsanweisungen erarbeiten
für Betriebsbereitschaft und rationellen Einsatz der Fertigungseinrichtungen sorgen, Mitarbeitereinsatz planen
die Einhaltung von Umweltschutzrichtlinien und -vorschriften überwachen, z.B. hinsichtlich der Behandlung von Abwässern und Abfällen sowie beim Umgang mit Chemikalien
bei der Festlegung von Qualitätsstandards mitwirken, Qualitätsvorschriften erstellen
Qualitätskontrollen durchführen bzw. veranlassen
Organisation Produktionsstätten im In- und Ausland betreuen
bei der Planung neuer Produktionsstätten mitwirken
Kaufmännische Aufgabenneue Lieferquellen erschließen, über Auftragsvergabe entscheiden
bei Vertragsgestaltungen mitwirken, die Einhaltung von Lieferterminen und -bedingungen überwachen
den Markt beobachten: Trendschauen und Messen besuchen, einschlägige Fachzeitschriften auswerten, Verbraucherwünsche und -bedürfnisse ermitteln, Marktlücken erkennen
Verkauf und Kundendienst bei Angeboten und technischen Problemen unterstützen
Kundschaft beraten, Verkaufsverhandlungen führen, Verträge abschließen
Wissenschaftliche Forschung und Lehrean Forschungsvorhaben mitwirken
Vorlesungen und Seminare vorbereiten bzw. abhalten, Unterricht nachbereiten, ggf. Prüfungen abnehmen
Forschungsberichte verfassen