Files
waste-treatment-engineer/references/berufsbild-de.md
2026-08-15 13:36:17 +02:00

9.2 KiB

Berufsbild (Deutschland) — Ingenieur/in - Abfallwirtschaft

Quelle: BERUFENET, Bundesagentur für Arbeit — Beruf-ID 59321, KldB 2010: B 34334 · via öffentliche BERUFENET-API, abgerufen 2026-07-12. Automatisches Label-Matching (Score 1.00); Inhalte paraphrasiert/gekürzt, Volltext beim Original: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/59321

Aufgaben und Tätigkeiten kompakt

Ingenieure und Ingenieurinnen der Abfallwirtschaft entwickeln Verwertungslösungen für schwer recycelbare Produkte, optimieren Stoffkreisläufe und verbessern Verfahren zur energetischen Nutzung von Reststoffen. Sie berechnen, projektieren und überwachen den Bau von Entsorgungs- und Recyclingsanlagen sowie deren Betriebsabläufe, Wartung und Reparatur. Zudem betreuen sie Probebetriebe neuer Anlagen und schulen das Bedienungspersonal. Sie messen Schadstoffbelastungen in Böden und Gewässern und koordinieren gegebenenfalls Sanierungsmaßnahmen. In Wirtschaftsbetrieben und der Abfallberatung optimieren sie Produktionsabläufe, verringern Abfallaufkommen und informieren über Abfallvermeidung.

Tätigkeitsbezeichnungen

Ingenieur/in - Abfallwirtschaft

Berufsbezeichnungen in englischer SpracheField service engineer (m/f) - recycling systems

Waste engineer (m/f)

Waste management engineer (m/f)

Berufsbezeichnungen in französischer SpracheIngénieur/Ingénieure en gestion des déchets

Ingénieur/Ingénieure en traitement des déchets

Die Tätigkeit im Überblick

Ingenieure und Ingenieurinnen der Abfallwirtschaft entwickeln und betreuen Anlagen, Geräte und Maschinen für die Abfallbehandlung und -entsorgung sowie für das Recycling von Stoffen. Altlastensanierung und Abwassertechnik können ebenso zu ihren Aufgaben gehören wie Umwelt- und Abfallberatung.

Urban Mining - Der städtische Raum als RohstoffquelleStädte besitzen einen enormen Reichtum an Materialbeständen. In Anbetracht der steigenden Ressourcenknappheit ist das für künftige Generationen von großem Wert. Urban Mining begreift den städtischen Raum als großes Materiallager. Ziel ist es, aus langlebigen Produkten, Gebäuden und Infrastrukturen Sekundärrohstoffe zu gewinnen. Urban Mining ist eine langfristige Strategie und will wichtige Stoffkreisläufe etablieren. Bereits verwertete Stoffe, z.B. verbauter Beton in alten Gebäuden, sollen eine neue Verwendung finden und recycelt werden. Besonders Fach- und Führungskräfte der Baubranche werden sich aufgrund der Wissenschaft von den Beziehungen der Lebewesen zu ihrer belebten und unbelebten Umwelt; wird häufig auch in Zusammenhang mit Umweltschutz bzw. einem nachhaltigen Wirtschaften (Ökologische Marktwirtschaft) verwendet " name="Ökologie">ökologischen und ökonomischen Vorteile mit dieser Thematik auseinandersetzen. Digitales WasserDer Begriff "Digitales Wasser" bezeichnet den Einsatz digitaler Technologien in der Wasserwirtschaft. Dabei werden Anlagen und Prozesse in der Wasserversorgung und Abwasserbehandlung automatisiert, digitalisiert und vernetzt. Der Digitale Repräsentation eines realen Objekts, etwa von Produktionslinien, Maschinen, Fahrzeugen, medizinischen Implantaten oder ganzen Städten und Fabriken. Digitale Zwillinge sind aus Daten und Algorithmen aufgebaut und können über Sensoren mit der realen Welt gekoppelt sein. Die ständige Übertragung von Realdaten ermöglicht eine Echtzeit-Simulation des Verhaltens des physischen Vorbilds. " name="Digitaler Zwilling">Digitale Zwillinge einer Kläranlage erleichtert z.B. deren Optimierung und Instandhaltung. Frühwarnsysteme können Störungen erkennen bzw. vermeiden und bei Extremwetterlagen helfen. Aber auch einzelne Systemkomponenten wie intelligente Pumpen oder Online-Messtechniken können Prozesse flexibler gestalten. Fach- und Führungskräfte werden sich auf die technologischen Entwicklungen vorbereiten. Digitale Kreislaufwirtschaft Die Kreislaufwirtschaft gilt als nachhaltigerer Gegenentwurf zur linearen Produktionskette. Dabei sollen sich die verschiedenen Akteure und Akteurinnen der Wertschöpfungskette vernetzen, um möglichst energie- und ressourcenschonend zu wirtschaften. Die Digitalisierung ermöglicht die Nutzung und den Austausch von Daten und bildet so die Grundlage für die Kreislaufwirtschaft. Außerdem kann sie zur Optimierung von Prozessen u

Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)

Worum geht es?Ingenieure und Ingenieurinnen der Abfallwirtschaft entwickeln und betreuen Anlagen, Geräte und Maschinen für die Abfallbehandlung und -entsorgung sowie für das Recycling von Stoffen. Altlastensanierung und Abwassertechnik können ebenso zu ihren Aufgaben gehören wie Umwelt- und Abfallberatung. Abfallentsorgung und -wiederverwertungBeim Recycling beginnt die Tätigkeit der Ingenieure und Ingenieurinnen mit der Konzeption von Sammel-, Trenn- und Lagersystemen für Abfälle. Ziel ist eine möglichst recyclinggerechte Erfassung der verschiedenen Abfallfraktionen wie Papier, Kunststoffe, Glas oder Metall. Bei der technischen Leitung von Entsorgungs- und Abfallbehandlungsanlagen planen und organisieren sie den Einsatz von Geräten, Maschinen und Arbeitskräften und koordinieren die Behandlung von Sonderabfällen. Sie sorgen dafür, dass zum Teil hochgiftige Reststoffe sicher transportiert und gelagert werden. In der Krankenhausentsorgung sind Ingenieure und Ingenieurinnen der Abfallwirtschaft für sachgemäßes und sicheres Beseitigen von Altmedikamenten sowie anderer krankenhausspezifischer Materialien verantwortlich. Darüber hinaus arbeiten sie Konzeptionen und Verfahren zur Entsorgung von medizinisch-technischen Geräten (z.B. Röntgenanlagen) sowie von radioaktiven Materialien aus. Bei Stoffen, die nicht mehr behandelt oder wiederverwertet werden können, sorgen die Ingenieure und Ingenieurinnen für deren sichere Ablagerung. Sie veranlassen chemische Analysen des angelieferten Materials und dokumentieren dessen Entsorgungsort. Ingenieure und Ingenieurinnen der Abfallwirtschaft, die im Bereich Deponietechnik tätig sind, entwickeln Lösungen, um Deponiesickerwasser zu sammeln und umweltverträglich zu entsorgen. Auch Methoden zur nachträglichen Sicherung früherer Deponien oder zur Nutzbarmachung von Deponiegas erarbeiten sie. Entsorgungs- und RecyclinganlagenWenn sie Entsorgungs- und Recyclinganlagen sowie Verfahren für die Sanierung von belasteten Böden planen, besorgen Ingenieure und Ingenieurinnen der Abfallwirtschaft die nötigen Ausgangsdaten, nehmen Messungen vor und berechnen Dimensionierung und Ausgestaltung der einzelnen Anlagenteile. Sie betreuen und optimieren Anlagen und Verfahren und entwickeln Lösungen nach Kundenwunsch. So konzipieren und betreuen sie z.B. Automatisierungs- bzw. Rationalisierungsprojekte an bestehenden Anlagen. Zudem wirken sie bei der Montage und Inbetriebnahme der Anlagen mit, koordinieren den Betriebsablauf und sorgen für Wartu

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

Technische Planung und RealisierungAnlagen und Verfahren zur Abfallentsorgung bzw. Abfallverwertung planen, realisieren und betreuen Anlagen zur Kompostierung und Deponierung sowie Abwasser- und Klärschlammbehandlungsanlagen konzipieren

Abfallvermeidungs- und Reststoffverwertungsstrategien sowie Konzepte des Gewässer- bzw. Immissionsschutzes entwickeln

Anlagen zur Erfassung von Deponiesickerwasser und dessen umweltgerechter Entsorgung bzw. zur Verwertung von Deponiegas konzipieren und realisieren

Verfahren zur Altlastensanierung konzipieren und umsetzen; dabei Messungen (Lehre von Giften und ihren Wirkungen auf lebende Organismen " name="Toxikologie">toxikologische Bewertung) durchführen, Sanierungsverfahren ausarbeiten

Kalkulationsunterlagen für Angebote erstellen

Berechnungen durchführen (z.B. für die Dimensionierung einer Anlage)

wirtschaftliche Betriebsdurchführung planen (z.B. Anlagenauslastung, Personaleinsatz, Wartung und Instandhaltung), Qualitätsmanagement sicherstellen

Emissionen, Abwasserbelastungen und andere Umweltdaten erfassen, Einhaltung von Grenzwerten sicherstellen

technische Abwicklung von Genehmigungsverfahren durchführen; Kostenabschätzung erstellen

die sachgerechte und sichere Beseitigung von Abfällen aus besonders sensiblen Bereichen, z.B. Medikamente, medizinisches oder radioaktives Material, planen und überwachen

Organisation und Beratungüber Verfahren zur Wiedergewinnung von Stoffen sowie Möglichkeiten der Abfallentsorgung beraten

in der Öffentlichkeitsarbeit mitwirken

abfallwirtschaftliche Daten mithilfe spezieller Informationssysteme sammeln und auswerten, Berichte erstellen

Personal einweisen und schulen (z.B. bei Inbetriebnahme neuer Anlagen und Maschinen)

Aufgaben im Bereich Umweltmanagement übernehmen, z.B. in Kliniken Umweltmanagementsysteme implementieren oder Systematische und unabhängige Untersuchung bzw. Prüfung einer Aktivität und deren Ergebnisse; Vorhandensein und sachgerechte Anwendung spezifischer Anforderungen werden dadurch beurteilt und dokumentiert " name="Audit">Audits durchführen

Aufgaben im Vertrieb und Kundenservice übernehmen

an baurechtlichen und immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren mitwirken

Aufgaben im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz wahrnehmen

Forschung und Lehrean Forschungsvorhaben mitwirken

Vorlesungen und Seminare vorbereiten bzw. abhalten, Unterricht nachbereiten, ggf. Prüfungen abnehmen

Forschungsberichte verfassen